Schauspiel: „Familien gegen Nazis“ feiert seine Uraufführung im Studio

Regisseurin Laura N. Junghanns sieht Titel des Stückes als Statement

Szene aus „Familien gegen Nazis“ // (c) Birgit Hupfeld


Wo liegt die Grenze des Aushaltbaren?

Familien gegen Nazis, ein Titel, der Aktualität und gesellschaftlichen Sprengstoff verspricht. Das Stück der Autorin Laurence Young feiert am kommenden Sonntag, 6. Oktober, Premiere im Studio des Dortmunder Schauspiels.

Der Titel ist zuallererst ein Statement“, sagt Regisseurin Laura N. Junghanns, zugleich Leiterin des Schauspielstudios am Dortmunder Schauspiel, in dem vier Studierende der Kunstuniversität Graz ein Jahr lang Teil des Ensembles sind. „Er greift ein in die aktuelle Debatte um die neuen Rechten und wie man mit ihnen gesamtgesellschaftlich umgeht oder umgehen sollte.“

Eine Familie, Vater, Stiefmutter und drei bereits erwachsene Kinder, treten in einer Spielshow an, um ihr Engagement gegen Rechts unter Beweis zu stellen. Ein Unterhaltungsformat? Nein, sagt Regisseurin Junghanns, unter der Show-Oberfläche würden ernste Themen verhandelt: „Wir leben in einer Zeit, in der wir uns aktiv mit diesen Themen auseinandersetzen müssen und vielleicht nicht nur in der moralisierenden Form des erhobenen Zeigefingers“, so Junghanns. Die Show sei „in erster Linie eine Satire, die sich auf die gegenwärtige politische und gesellschaftliche Lage bezieht. Man kann an vielen Stellen lachen, aber es gibt auch Momente, in denen den Zuschauerinnen und Zuschauern das Lachen sicher im Halse stecken bleibt.“

Das Bild der Familie, die von den vier Mitgliedern des Schauspielstudios sowie Caroline Hanke und Uwe Rohbeck gespielt wird, ist für die Regisseurin eine ideale Parabel auf den Zustand unserer Gesellschaft: Sie zwinge dazu, „miteinander auszukommen und miteinander zu reden. Das ist etwas, was heute mehr und mehr verlorenzugehen scheint.“ Und so werden die Kandidat_innen mit Spielen, Situationen und Statements konfrontiert, die ihre Einstellungen hinterfragen, sie fordern, überfordern und dabei Verdecktes zutage treten lassen. Text und Inszenierung bewegten sich dabei bewusst auf der Grenze des Aushaltbaren, wie Junghanns betont: „Es geht auch um die Auslotung der Frage, was man auf einer Bühne eigentlich zeigen und sagen darf, wo die Grenzen des Aussprechbaren und Verhandelbaren liegen.“
Der „heimliche Untertitel“ sei für sie daher auch: „Wie lange kann man das Falsche aushalten, um das Richtige zu tun?“

Mit auf der Bühne steht außerdem das Dortmunder Musik-Duo aniYo kore, das bereits in Orlando mit von der Partie war. Für die Uraufführung am Sonntag, 6. Oktober, 18.30 Uhr) gibt es nur noch Restkarten an der Abendkasse. Die nächsten Vorstellungen sind Sonntag, 13. Oktober, und Sonntag, 27. Oktober, jeweils um 18.30 Uhr.

Karten gibt es an der Theaterkasse im Kundencenter (Platz der Alten Synagoge/Hansa 101), unter 0231/50 27 222 und im >>Webshop.


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